Schönes und Anspruchsvolles aus dem Corona-Alltag oder nach F. Hölderlin: "Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch"

Die strengen Corona-Massnahmen haben im süssbach die Menschen auf verschiedene Art und Weise gefordert: am meisten waren wohl Anpassungsfähigkeit und Einfallsreichtum gefragt. Das Schwierigste war die Distanz zu den Lieben, dass die Angehörigen keine Besuche im süssbach machen konnten.

Gewisse Bereiche des süssbachs waren während der Quarantänezeit geschlossen. Dies waren zum Beispiel die Physio- und Ergotherapie. Nur unsere Kundinnen und Kunden wurden während dieser Zeit direkt auf den Stationen zum Beispiel durch Gehtraining und massgeschneiderte Übungen individuell gefördert. Dadurch, dass Physio- und Ergotherapeutinnen sowie das Team "Alltagsgestaltung" die Pflege zusätzlich unterstützen konnten, liess sich der Tagesablauf anders gestalten als sonst. Plötzlich hatte man Zeit für tiefe, ja sogar philosophische Einzelgespräche über das Leben und dessen Endlichkeit. Auch über Ängste im Zusammenhang mit dem Coronavirus und dem Tod wurde gesprochen. Diese vertieften Gespräche schufen Nähe. Auch andere gesellige Momente standen nun im Zentrum und lockerten belastende Gedanken auf. Viel Humorvolles unterbrach die Nachdenklichkeit und man bemühte sich, schöne, gute und positive Momente festzuhalten.

Natürlich trug auch das wunderschöne Frühlingswetter im April zur mentalen Stärkung bei: die täglichen Spaziergänge im Quartier erfreuten die Gemüter und man konnte sich der neu erwachten Natur, der Blüten- und Farbenpracht und den wärmenden Sonnenstrahlen hingeben. Dies wurde sehr geschätzt. Ebenso erhellte allwöchentliches Singen mit Klaviermusik auf den Stationen die Stimmung. Besonders hervorheben möchten wir auch das eindrückliche Livestream Marimbakonzert am Fernseher- bei welchen unsere Kunden direkt angesprochen wurden und plötzlich im Mittelpunkt standen. Zu guter Letzt berichten wir noch von unseren neuen "Hühnerbesuchen" (Besuche von Hühnern) auf den Stationen: es ist bekannt, dass Kontakt, auch der sensorische Körperkontakt, mit Tieren einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden von Menschen hat. Man erlebt, wie ein anderes Lebewesen unbefangen auf einem zugeht, die Zuwendung genießt und dass man Tiere damit glücklich machen kann. Und umgekehrt ist es wohl genauso.